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Aktuelles aus dem Museum

Der Münzfund von Rißtissen im Museum Ehingen

Im Februar 1920 kam in Rißtissen beim Abbruch eines Hauses eine größere Anzahl von Silbermünzen zu Tage. Diese hatten sich offenbar in einem Tongefäß befunden, das leider verloren ging. Fundort war das eher bescheidene Haus des Taglöhners Ignaz Gut. [1] Es führte die Hausnummer 29, war mit dem Gebäude Nummer 28 zusammengebaut und gehörte wohl ursprünglich zur benachbarten Mühle.[2]

 
Ausschnitt aus der Flurkarte 1.H. 19.Jahrhundert
Ausschnitt aus der Flurkarte 1.H. 19.Jahrhundert

Der Finder des Schatzes, der Müller Gebhard Ehrhardt, schenkte einen Teil der Münzen im Januar 1921 dem Bezirksaltertumsverein, über den sie in die Sammlungen des Museums Ehingen gelangten. Es handelte sich um insgesamt 25 Silbermünzen.[3] Eine weitere Münze aus diesem Fundkomplex fand im Februar 1928 als Geschenk eines früheren Schülers der Schule in Rißtissen seinen Weg in die Ehinger Sammlung. Über die Gesamtzahl der ursprünglich aufgefundenen Münzen lässt sich nur spekulieren. Fest steht, dass diese ursprünglich deutlich größer gewesen sein muss und wohl unmittelbar nach der Auffindung aufgeteilt worden ist.[4]

 

Fundmünzen aus Rißtissen. Museum Ehingen
Fundmünzen aus Rißtissen. Museum Ehingen

Der ursprüngliche Eigentümer des Münzschatzes wollte offenbar in einer Gefahrensituation durch Verstecken sein Geld vor dem Entwenden schützen. Später haben ihn dann Umstände, die wir nicht kennen, da sie nicht überliefert sind, daran gehindert, sein Eigentum wieder an sich zu nehmen. Möglicherweise war er zwischenzeitlich verstorben oder er hatte keine Gelegenheit mehr, an sein Versteck zu gelangen.

 

 

Entstehungszeit und Herkunft
Auch wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass möglicherweise nur ein geringer Teil des ursprünglichen Münzbestandes den Weg ins Ehinger Museum gefunden hat, erscheint dessen Analyse nicht uninteressant.
 
Eine Prüfung der Prägejahre ergibt, dass lediglich vier Münzen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammen. Die weit überwiegende Anzahl, nämlich 22 wurden in den 1620er Jahren geprägt, allein 18 in den Jahren 1623 bis 1625.
Lediglich eine einzelne Prägung aus der Reichsstadt Regensburg, entstanden 1632, repräsentiert die 1630er Jahre. Es spricht daher viel dafür, dass die Münzen kurz nach 1632 gesammelt und versteckt wurden. Dies waren die Jahre, als sich das militärische Geschehen des 30jährigen Krieges, mit dem Vordringen der Schweden unter Gustav Adolf im sogenannten „schwedischen Krieg“, nach Süddeutschland und Bayern verlagerte.
Beim Blick auf die Münzherren fällt auf, dass das benachbarte Herzogtum Württemberg lediglich mit einer Münze vertreten ist. Ganz anders die wittelsbachischen Territorien wie z. B. Pfalz-Neuburg und die Rheinpfalz (3). Mit insgesamt fünf Münzen sind die kleineren Territorien Öttingen (2), Hohenlohe (1) und Monfort (2) vertreten. Die Bedeutung der geistlichen Münzherren bezeugen Prägungen aus den Münzstätten der Bischöfe von Salzburg (3), Eichstätt (1) und Chur (2) sowie des Prälaten von Ellwangen (1). Weniger überraschen die Münzprägungen der wirtschaftlich bedeutenden Reichsstädte Augsburg (2), Ulm (2) sowie Regensburg (1).

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[1] Ignaz Gut, geb. 4. Okt.1847 in Ratzenried, gest. 14. März 1921. Das Haus hatte ursprünglich dem Taglöhner Urban Guggenmooser gehört, der am 28. Aug. 1873 verstorben ist. Seine Witwe hatte daraufhin mit Ehevertrag v. 24. Febr. 1874 Ignatz Gut geheiratet. Vgl. FamReg. I,88.- StadtA, Totenb.1921, gest. im Gemeindehaus.- GB Index; IV S.39.
[2] GB Index; IV S.39.- Gebäudekataster I Bl.99.- Unterpfandbuch IX Bl.68 Urban Guggenmooser, Taglöhner, lebt mit Karolina geb. Selzer, nunmehrige Ehefrau des Ignaz Gut.- Lokal FeuerschauProt. 1899 Xaver Weber, Taglöhner, Geb. Nr. 28.
[3] Vgl. Eingangsbuch Museum Ehingen, Bd.3 S.105 Inv.-Nr. 4897-4922 sowie Nr. 5671.- Inventar „H“ Münzen Nr. 4897-4922.- Gebhard Ehrhart, Müller, (1859-1935). StandesA, TotenReg. 1935 Aug. 27.
[4] Inventar Museum Ehingen, Inv. Nr.3921-6686 S.188f Februar 1928; Inv. Nr.5671 Silbermünze des Erzbistums Salzburg. „Aus dem Risstissener Silberfund von Müller Ehrhardt, Geschenk von Schüler Merkle, Renhardtsweiler Kl. 9b früher“.

 

Weitere Informationen

Kontakt

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Fax: 07391 503-4531
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